Elena und Mitica

Mitica neben den geernteten Weidenruten

Im Dorf Fofeldea gibt es noch immer mehrere Romafamilien die das traditionelle Handwerk des Korbflechtens beherrschen. Fofeldea liegt zwischen Sibiu und Sighisoara, fünf Kilometer abseits der Hauptstraße. Früher wurden diese Körbe in der Landwirtschaft und im Hof benutzt. Die Korbflechterinnen und Korbflechter stellten in der kalten Jahreszeit diese Körbe her und verkauften sie dann in den unterschiedlichen Dörfern. Leider kaufen die Leute der Region heute lieber Behältnisse aus Plastik. Nicht zuletzt weil diese billiger sind.

Die traditionellen Korbmodelle der Flechterinnen und Flechter aus Fofeldea sind die „corfa“ und der zylinderförmige „cos“. Die „corfa“ hat die Form einer Halbkugel und zwei Griffe. Das Gerüst wird aus Hasel gefertigt und dieses wird dann mit gesplissener Hasel und Weide ausgeflochten. Dieser Korb ist extrem stabil und langlebig. Der Vorteil des „cos“ ist, dass er durch sein Zylinderform einen geraden Boden hat und daher wunderbar als Wäschekorb, Papierkorb verwendet werden kann. Der „cos“ wird rein aus Weide geflochten.

 

Den Rohstoff fürs Flechten holen sich die Roma aus Fofeldea aus dem Wald und vom Flußufer des Olt.

Elena präsentiert eine Corfa

Sie wissen genau wo die besten und schönsten Korbweiden wachsen. Bei der Hasel ist besonders auf den geraden Wuchs zu achten, sonst lassen sich die Stöcke nicht spleißen.

Für uns produzieren im Moment fünf Handwerkerinnen und Handwerker aus Fofeldea Körbe: Alexandru Linguaru, Stella und Nicolaie Subtirel, Stellas Mutter Elena und deren Schwiegersohn Mitica.

Elena fertigt trotz ihren hohen Alters wunderbare „Corfe“. Sie hat das Handwerk von ihren Eltern erlernt und in den verschiedenen Lebenssituationen damit Geld verdient. Auch heute kann sie das Geld, das sie für ihre Körbe bekommt gut für ihre Medikamente brauchen.

Ihr Schwiegersohn Mitica lebt mit Elena in einem Haus und er holt die Weiden und Haselstöcke mit der „caruta“ (Pferdewagen) nach Hause. Mitica flechtet vor allem in der kalten Jahreszeit. Von Frühling bis Herbst ist er als Hirte mit einer Schafherde unterwegs. Er macht vor allem „cosuri“ (Mehrzahl von „cos“) aus Weiden und vergangenen Winter hat er erstmals Lampenschirme geflochten. Auf unterschiedlichen Gerüsten aus Draht hat er Weidenschirme aufgeflochten. Da Mitica im Winter keine Arbeit hat ermöglicht im das Handwerk des Flechtens einen wichtigen Nebenverdienst.